Karin Kunz-Uusitalo ist „Wanderin zwischen drei Welten“
VON: KF/TT
Lesung am 15. März in Geras Stadt- und Regionalbibliothek
Die Deutsch-Finnische Gesellschaft Thüringen e.V. hatte nach Gera eingeladen.
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Ein Mädel aus der Mark Brandenburg lebt heute im finnischen Tampere - Karin Kunz, jetzt Kunz-Uusitalo (Jahrgang 1942). Angesichts der größeren Sprachunterschiede konnte man wohl leicht auf eine interessante oder schicksalhafte Entwicklung ihres Lebens spekulieren. Sie hat nun viele Episoden daraus zu einem autobiografischen Buch zusammengefasst und nennt es: „Wanderin zwischen drei Welten - Von Bruderküssen und Tütenlampen zum Finno-Ossi PISA-Wunder“. Was sie zur Leipziger Buchmesse vorstellte, präsentierte sie mit Hilfe der Thüringer Gruppe in der Deutsch-Finnischen Gesellschaft am 15. März auch in Geras Stadt- und Regionalbibliothek.
"Die Idee zu ihrem Buch entstand während zahlreicher Vorträge, die sie 2009 anlässlich des Mauerfalls vor zwanzig Jahren an finnischen Schulen hielt.“ Entstanden sei ein Kaleidoskop aus Erinnerungen und Gedanken mit augenzwinkernd-spöttischen Bemerkungen. Und eine Fundgrube an historischen Fakten, die sich neben den kleinen erlebten Geschichten in einer subjektiven Chronologie der Autorin aneinander reihen. „Roter Faden des Buches ist der Wunsch, die eigenen Erinnerungen und ihre unterschiedlichen, oft widersprüchlichen Erfahrungen für nachfolgende Generationen zu bewahren.", kündigte die DFG Thüringen mit ihrem Tipp an, hoffend, dass sich viele Neugierige zur Lesung einfinden. Die Teilnahme war durchaus bemerkenswert. Die vorbereiteten Plätze reichten nicht. Schnell wurden noch Stühle nachgestellt. Es sollte ja für jeden ein entspanntes Erlebnis werden. Und so vergingen auch 2 Stunden eifriges Lauschen und angeregtes Nachfragen wie im Flug.
Die Autorin Karin Kunz-Uusitalo schildert in ihren Erzählungen z.B. prägende Erinnerungen an ihre Kindheit in der DDR nach dem zweiten Weltkrieg; ihre frühe Jugend und einen klaren Kulturschock in der Bundesrepublik der 1950er Jahre; und schließlich ihren Weg in Finnland. Dahin folgte sie bereits 1963 ihrem Mann. Es sind ganz offenbar drei völlig verschiedene Lebenswelten, über die FRAU nur aus eigener Erfahrung amüsant berichten kann. Dabei klingt es schon bunt, wie sie ihre Tätigkeiten und Stationen für eine Vita andeutet: DDR - Luckenwalde bei Berlin: Pferdeäpfel-, Brikett- und Buntmetallsammlerin, Blumenverkäuferin, Apothekenhelferin, Pionier, Gruppenratsvorsitzende; BRD - Koblenz im Rheinland: Bahnhofs-Kiosk-Betreiberin, Telefonistin; Vereinigtes Königreich (eine Zwischenlandung): Hilfsschwester und Student Nurse; Finnland - Tampere im Tavastland: Mutter, Hausfrau, Mannequin, Fremdenführerin, Gesundheitsberaterin, Germanistikstudentin, Deutschlehrerin, Unternehmerin (Sprachenschule), Autorin. All das waren/sind für sie "Heimatstädte". Und ihr Zusatz: "Verhinderte Tätigkeiten: Fotografin, Spionin, Rentnerin".
Das konnte nicht alles aufgeklärt werden. Auch was es mit den Tütenlampen auf sich hatte – aber so bleibt die Neugier auf ein interessantes Buch!




